Weinkeller im wörtlichen Sinn

Stadtleben | Lokalkritik: Florian Holzer | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Das eine Weinlokal übernahm das andere Weinlokal. Interessant? Ja

Vor zehn Jahren, da durchlief das Thema Wein noch einen ziemlichen Boom, alles, was aus Trauben gepresst und mit Kork verschlossen war, war irgendwie hipp, die Weinbars schossen mit gleicher Dynamik aus dem Wiener Boden wie Veltliner, Muskateller und Blaufränkisch in Wiener Kehlen geschüttet wurden. Keine Woche verging, in der man nicht irgendwo an einer neuen Theke langstielige Kristallgläser schwenken und Namen von steinigen Hängen murmeln konnte, eine Situation, die unter den Weinbarmachern eine gewisse Differenzierung erforderte.

"Wein & Wasser“ erfüllte diese Aufgabe, indem es in einem Grätzel eröffnete, das nicht im Verdacht von innerstädtischer Frequenz stand, indem es sein Lokal in ein unterirdisches Ziegelgewölbe platzierte und es kaum etwas zu essen gab. Dafür aber reichlich zu trinken, und zwar nicht nur Wein, sondern auch ein gutes Dutzend Mineralwässer, was vor zehn Jahren noch sehr, sehr schräg


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