Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Gemeinsam stark

Steiermark | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

CMRK - die Abbreviatur ist noch ein wenig gewöhnungsbedürftig, sie wird sich nach diesem ersten Erfolg aber herumsprechen: Die Grazer Kunstinstitutionen Camera Austria, Medienturm, und der Kunstverein hatten am Freitag im Vierfachpack zu Ausstellungen geladen, für Kunstfreunde aus Wien einen Bus organisiert und zu ihrem Eröffnungsmarathon massiv Publikum angezogen. Nach eher pessimistischen Tönen 2011 kam nun erstmals wieder so etwas wie Hoffnung auf: Ja, auch nach der Gleichschaltung der Neuen Galerie und dem Rauswurf von Peter Weibel kann es mit der bildenden Kunst in Graz auf hohem Niveau weitergehen, können jene mittleren Institutionen kritische Massen akkumulieren, die eine Stadt eben zur Kulturstadt machen.

Damit so etwas keine Eintagsfliege bleibt, muss sich aber bei den Rahmenbedingungen etwas ändern. Da hat sich in den letzten Monaten nur wenig getan. Zur Erinnerung: Zahlreiche Kunstinstitutionen, darunter auch CMRK, hatten im Herbst Forderungen an Kulturpolitik, Kulturjournalismus und Kunstpublikum gerichtet. Das Publikum reagiert bereits, auch ein gesteigertes mediales Interesse an Kulturpolitik lässt sich nicht leugnen. Und die Politiker? Kulturstadt Michael Grossmann (SPÖ) bekundete mit seiner Anwesenheit am Freitag Interesse, Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) zog es hingegen vor, den Wahlkampfauftakt von Siegfried Nagl zu beehren. Präsenz ist nicht alles. Aber vielleicht könnten ein paar Forderungen von CMRK und Co umgesetzt werden? Etwa zu den Kleineren und Mittleren umverteilen. Diese halten schließlich Graz künstlerisch am Leben.


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