Herbert Brandl im Kunstforum: von der fetten Farborgie in die Nebelfelder des Gebirges


Matthias Dusini
Lexikon | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Es gibt Maler wie den Deutschen Gerhard Richter, die sich in Anzügen zeigen, damit sie nicht als Künstler identifiziert werden. Der Österreicher Herbert Brandl dagegen erinnert mit Schweißtuch und Sonnenbrille auf dem Kopf an den Kollegen Gottfried Helnwein, der damit seine Verbundenheit mit den kalifornischen Hippies zum Ausdruck bringt.

Tatsächlich inszeniert sich Brandl in seiner Retrospektive im Bank Austria Kunstforum als Künstler, der die authentischen Gefühle über verkopfte Konzepte und das Erbe psychedelischer Welten der Sixties über die selbstreflexiven Hinterfragungen des Mediums stellt.

Die Ausstellung beginnt bei den Materialschlachten der 80er-Jahre, als der Künstler sich bei den expressiven Neuen Wilden einreihte. Er drückt dicke Farbschichten auf die Leinwand, weiße Farbe quillt aus dunklem Grund. Krakelige Striche breiten sich in "Ohne Titel“ (1986) auf der rauen Oberfläche aus, als hätte ein Street-Artist eine Hauswand bearbeitet.

Ein Video zeigt den Künstler

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