Theater  Kritiken

Als die Nazis auch die Hölle erobern wollten

Lexikon | Sara Schausberger | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Ein Tunnel führt in die Hölle, in der sich das Publikum gegenüber sitzt. Die Hölle ist in Michael Gruners Inszenierung von "IchundIch“ leer und schwarz. Else Lasker-Schüler hat ihr letztes Stück während des Zweiten Weltkriegs im Jerusalemer Exil geschrieben. Sie lässt darin Mephisto und Faust in der Hölle auf Göring und Goebbels treffen, denn die Nazis wollen auch noch die Unterwelt erobern. Den Rahmen bildet eine fiktive Probe des Regisseurs Max Reinhardt, in der sich die Dichterin selbst immer wieder einmischt. Was grotesk anmutet, findet in der österreichischen Erstaufführung keine spannende Umsetzung. Die Inszenierung, in der Geräusche die Requisiten ersetzen, schafft zwar ein Gefühl von Unterwelt, hält aber ansonsten das Publikum in ewig düsterer Ödnis gefangen

Theater Nestroyhof Hamakom, Fr, Sa 20.00 (bis 18.2.)


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