Film  Retrospektive

Drama, Komödie, Thriller: Iranische Filmtage 2012

Lexikon | aus FALTER 05/12 vom 01.02.2012

Ein starkes Lebenszeichen des iranischen Films war letzten Herbst der Kinostart von Asghar Farhadis "Nader und Simin - eine Trennung“. Die Geschichte eines Paares, zerrissen zwischen dem Wunsch, das Land zu verlassen, und der Verpflichtung, den kranken Vater zu pflegen, sowie daraus entstehender dramatischer Verwicklungen ist typisch für das iranische Kino: Konflikte zwischen den Geschlechtern und Generationen, aber auch Gesellschaftskritik werden mit privaten, oft auf wenige Personen konzentrierten Erzählungen verdeutlicht.

Breiteren Einblick in diese cineastische Welt erlaubt die Iranische Filmwoche, die vom 3. bis 9. Februar im Wiener Filmhaus-Kino stattfindet. Unter den 16 Werken sind 13 Spielfilme, großteils ebenfalls hochemotionale Dramen. "M for Mother“ und der Antikriegsfilm "In the Name of the Father“ beschäftigen sich mit den Folgen des Ersten Golfkrieges. "Adam’s Son, Eve’s Daughter“ ist eine leichte Komödie, "The Killer“ erinnert mit einem forensischen Psychiater als Hauptfigur stark an amerikanische Thriller.

Zusätzlich sind drei Kurzdokumentationen zu sehen: "Whisper of Hands“ macht auf die Probleme iranischer Kunsthandwerker aufmerksam, deren Existenz durch fehlende staatliche Förderung und Billigimporte aus China bedroht ist. Der atmosphärische "Date“ beobachtet die Dattelernte in einem südiranischen Dorf. Tief unter die Haut geht "An Angel on My Right Shoulder“: Die Doku begleitet die Dialysepatientin Zeinab bei ihrer verzweifelten Suche nach einer Spenderniere. Aus nächster, oft schmerzhafter Nähe fängt Azadeh Bizar die Wut und Trauer, aber auch die bewundernswerte Stärke der jungen Frau ein. - Alle Filme werden in Originalfassung mit englischen Untertiteln gezeigt.

SABINA ZEITHAMMER

Filmhaus-Kino, Fr bis Do


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