Nachgetragen  Journal mehr oder weniger bedeutender urbaner Begebenheiten

Kleine Stadt mit großem Herzen streitet über ein Denkmal des Friedens

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Ewald Stadler, orange EU-Parlamentarier, schimpft ihn als "Götzentempel“. Klaus Küng, St. Pöltner Bischof und Opus-Dei-Mann, fragt sich, warum er gerade im Waldviertel errichtet werden soll, "bei aller interreligiöser Toleranz bin ich doch ein wenig verwundert“. Gottfried Waldhäusl, niederösterreichischer FPÖ-Klubobmann, meint, man brauche den Bau so notwendig "wie Rom einen Kebabstand auf dem Petersplatz“.

Im katholischen Gföhl, das sich "kleine Stadt mit großem Herz“ nennt, soll Europas größtes buddhistisches Weltfriedensdenkmal gebaut werden, ein sogenannter Stupa. Elisabeth Lindmayer vom buddhistischen Friedensverein Pyung Hwa Sa beschreibt ihn als "Erleuchtungsturm, mit dem die Menschen von Unwissenheit, Hass und Gier befreit werden“. Der Kraftort könne auch vor Naturkatastrophen schützen - das sei wichtig, da Buddha für diese Epoche einiges Unheil vorausgesagt hätte.

Die große Mehrheit der Gföhler Gemeindepolitiker ist für das Denkmal, wegen der Friedenssymbolik und der Hoffnung, der Stupa könnte die Stadt tourismusmagnetisch aufladen. Die FPÖ ist dagegen und trat aus der Koalition mit der ÖVP aus. Am Sonntag fällen Gföhls Bürger ihr Urteil in einer Volksbefragung.


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