Mediaforschung  Nachfragekolumne

Was hat ein 80s-Fitnessfreak mit den ÖBB zu tun, Herr Frey?

Medien | Katharina Mittelstaedt | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Bahnfahren ist ja so was von 80er. Aber die 80er sind retro und chic. Das soll zumindest die neue Kampagne der Österreichischen Bundesbahnen vermitteln. Allen voran die von der Agentur Draftfcb kreierte Werbeikone Rob ("Er ist heiß“) - optisch ein Abklatsch der Kunstfigur Borat, hat er das Nervpotenzial der Familie Putz.

Robert Oberleitner aka Rob ("Er ist der Traum aller Schwiegermütter“) ist ein Mittdreißiger mit urigem Dialekt in einer neonfarbenen Aerobicmontur. Unter der Devise "Starte dein Winter-Workout!“ gibt Fitnessguru Rob ("Er ist sexy“) Anleitungen; so wollen die ÖBB - die Einschübe verraten es - Jugendliche ansprechen.

Dafür setzen die Bundesbahnen auf eine reine Social-Media-Kampagne. In drei über Facebook und Youtube abrufbaren Kurzvideos wärmen sich Rob und die "zwei schönsten Skihaserln“ für den Wintersport auf. Die versteckte Botschaft: "Junge Menschen können mit der ÖBB-Vorteilscard günstig Skiorte bereisen“, sagen die Kreativdirektoren Nicolas Frey und Patrik Partl - der animierend stöhnende Rob soll dazu motivieren.

Neider könnten das als verzweifelten Versuch sehen, das Jungvolk nicht an die hippe Westbahn zu verlieren. Was hat der leichtbekleidete Rob mit Wintersport oder der Bahn zu tun? "Wir wollen auf den Sicherheitsauftrag der ÖBB aufmerksam machen. Aufwärmen vor dem Skifahren verhindert Unfälle“, sagen Frey und Partl.

Bleibt zu hoffen, dass die 80er voll 2012 sind. Dann können die ÖBB vielleicht dank der jung-alpinen Zielgruppe ihre Miese etwas aufbessern.


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