Ein ewiges Geben und Nehmen

Feuilleton | Reportage: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Seit zwei Jahren steht mitten im Siebenten ein offener Bücherschrank. Jetzt wurde er erneuert und verschönert

Vorige Woche wurde der offene Bücherschrank in der Westbahnstraße demoliert. Aber nur, weil an derselben Stelle ein neuer aufgestellt wurde. Das neue Modell, gestaltet von Hermann Nitsch, wurde am Sonntagnachmittag feierlich eröffnet.

Der offene Bücherschrank ist ein Projekt des Wiener Künstlers Frank Gassner, begonnen hat es vor genau zwei Jahren. "Damals hätte ich nicht gedacht, dass es ihn so lange geben wird“, sagt Gassner in seiner Eröffnungsrede vor den frierenden Gästen.

Die von Pessimisten prophezeiten Vandalismusakte aber sind weitgehend ausgeblieben, und weil das Projekt offenbar dauerhafter als erwartet ist, hat der Initiator jetzt einen neuen, stabileren Schrank konstruiert und gebaut.

An dieser Stelle kommt "der Nitsch“, wie Gassner sagt, ins Spiel. Die beiden kennen einander seit 1998, Gassner war jahrelang sein Assistent. Und als er den Nitsch jetzt fragte,


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