Neue Songs aus Gottes altem Sprachrohr

Feuilleton | Plattenkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Im spröden Spätwerk des großen Liedermachers Leonard Cohen ist "Old Ideas“ das bisher überzeugendste Album

Es wäre respektlos, Leonard Cohen einen faulen Hund zu nennen. Der kanadische Singer/Songwriter hat in den vergangenen 44 Jahren zwar nur zwölf Alben veröffentlicht und sich dazwischen immer wieder jahrelange Auszeiten gegönnt. Aber so frech, den 77-jährigen Künstler deshalb einen "lazy bastard“ zu heißen, ist nur der liebe Gott.

In "Going Home“, dem ersten Song von Cohens neuem Album, erzählt einer, bei dem es sich eigentlich nur um Gott handeln kann, von einem Leonard, den er als "Sportler und Schafhirten“ und eben als "lazy bastard“ beschreibt. Dieser Mann müsse immer alles aussprechen, was Gott ihm einflüstere. "Er sagt dann all die klugen Worte, als wäre er selbst ein Weiser oder ein Visionär. Dabei weiß er ganz genau, dass er nur ein kleines Sprachrohr ist.“

Mehr als sieben Jahre mussten die Fans zuletzt auf neue Songs des Meisters warten. Diesmal kann


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