Klassenbester und Schulabbrecher in einer Person

Feuilleton | Nachruf: Matthias Dusini | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Das Unheimliche und Verdrängte war das Thema des Künstlers Mike Kelley, in dessen Karriere Wien eine wichtige Rolle spielte

Der kalifornische Künstler Mike Kelley gehörte jener Generation an, die zu jung war, um sich von der Euphorie der Hippies anstecken zu lassen. Als Mitte der 70er-Jahre die Punkbewegung das Kaputte und Künstliche zum ästhetischen Ideal erhob, war Kelley zu erwachsen, um darin nicht eine weitere Drehung des Rock-’n’-Roll-Schwindels zu erkennen. "Sie suchen stets nach Vaterfiguren und fressen die ganze Scheiße. Ich mag sie nicht“, sagte Kelley 1998, angesprochen auf sein Verhältnis zu Rockfans.

Damals weilte der Installationskünstler in Wien, um mit seiner Noise-Band Destroy all Monsters im Rahmen der Kunsthalle-Ausstellung "Crossings“ im Flex aufzutreten. Im selben Jahr verwandelte er gemeinsam mit Paul McCarthy die Secession in ein stinkendes Militärcamp, in dem überdimensionierte Dildos auf verbotene sexuelle Übungen - und die Beschäftigung mit Psychoanalyse


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