Rabimmel, rabammel, rabumm

Feuilleton | Theaterkritik: Wolfgang Kralicek | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Die tödliche Mechanik einer katastrophalen Verkettung von Zufällen: "Das fliegende Kind“ von Roland Schimmelpfennig

Es war einmal ein Mann, der hat seinen Sohn überfahren. Das ist schon der ganze Inhalt von Roland Schimmelpfennigs neuem Stück "Das fliegende Kind“.

Die Tragödie ist das Ergebnis einer Verkettung unglücklicher Zufälle. Der Bub, der gerade am Martini-Laternenumzug teilnimmt ("Mein Licht geht aus, ich geh nach Haus, rabimmel, rabammel, rabumm“), hat sein Matchbox-Auto verloren und läuft deshalb noch einmal zurück auf die Straße. Den just in dem Moment daherkommenden Papa sieht er nicht, weil der vergessen hat, das Licht einzuschalten.

Für die Mutter geht in diesem Augenblick die Welt unter. Für den Vater auch, aber der weiß es noch nicht. Er hat den fatalen Unfall nämlich gar nicht bemerkt und ist einfach weitergefahren. Erstens ist er mit seinem Auto, das er gerade erst gekauft hat, heillos überfordert. Zweitens hat er es eilig, weil er auf dem Weg zu einem


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