Buch der Stunde

Mascha Kogan ist nicht zu fassen

Feuilleton | Sebastian Fasthuber | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Über Absolventen des Deutschen Literaturinstituts in Leipzig kursiert das Vorurteil, dass deren erste Bücher einander sehr ähneln würden. Olga Grjasnowas Debütroman "Der Russe ist einer, der Birken liebt“ widerlegt es. Die Autorin, geboren 1984 in Baku, Aserbaidschan, kam als Elfjährige als jüdischer Kontingentflüchtling mit ihrer Familie nach Deutschland, ohne ein Wort Deutsch zu sprechen. Die Biografie, mit der sie ihre Romanheldin Mascha Kogan ausgestattet hat, gleicht sehr stark ihrer eigenen.

Mascha versucht, mit dem Flecken Erde, auf dem sie unfreiwillig gelandet ist ("1996 waren wir in Deutschland. 1997 dachte ich zum ersten Mal über Selbstmord nach“), zurechtzukommen, indem sie sich obsessiv Sprachen aneignet. Die hochbegabte Dolmetschstudentin in Frankfurt will zu den Vereinten Nationen, frisst in ihrer Freizeit Wörterbücher und beherrscht neben Deutsch, Russisch, Französisch, Englisch und Spanisch auch Arabisch - was ihr bei ihrem Israel-Aufenthalt, von dem der


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige