Was fährt denn da?  Mobilitätskolumne

Der Purismus des einfachen Nutzens

Stadtleben | Testfahrt: Wolfgang Zwander | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Er besticht nicht durch Schönheit, nicht durch Stil und Ästhetik oder Eleganz - der Wagen besticht durch puren Nutzen.

Bekanntlich gibt es ja Puristen, die der Meinung anhängen, ein Automobil brauche keinen neumodernen Firlefanz, keine Extras, in Wirklichkeit sei es nämlich vollkommen ausreichend, wenn einen ein "fahrbarer Untersatz“ von A nach B brächte, und das im Idealfall mit einem großen Kofferraum. Wer sich mit dieser Beschreibung zumindest ein kleines Stück identifiziert, kann nun weiterlesen - und sich den Toyota Verso-S näher anschauen. Wer allerdings bei Autos Purismus nicht über das Stichwort "Nutzen“ definiert, kann die Lektüre an dieser Stelle getrost einstellen.

Der Verso-S kombiniert die Stärken eines Kleinwagens mit dem Raumangebot eines Vans. Das führt dazu, dass man einerseits sehr viel Zeug und Krimskrams hineinpacken kann, dass man aber andererseits in der Stadt zum Beispiel keinen Parkplatz für einen Lastwagen finden muss, sondern auch mit tendenziell kleinen Lücken glücklich wird.

Von der Motorisierung her bietet der Verso-S zwei Optionen. Es gibt den 1,33-Liter-Benziner mit 99 Pferdestärken und den 1,4-Liter-Diesel mit 90 Pferdestärken.

Der Falter hat den Benziner getestet, der bei der Probefahrt einen sehr vernünftigen Eindruck hinterließ. Die 99 PS reichen locker aus, um Fahrspaß zu haben, nur beim Überholen auf der Autobahn kann es mühsam werden. Um von null auf hundert Stundenkilometer zu kommen, braucht man mit dem knapp 1000 Kilo schweren Teil 13,3 Sekunden; ein kleiner Mangel an Sportlichkeit, der sich dafür bei der Tankstelle auszahlt: 5,6 Liter Verbrauch auf hundert Kilometer kann man ruhigen Gewissens genügsam nennen.

Das Drehen des Lenkrads wird präzise, aber nicht zu scharf auf die Straße übersetzt; positiv soll auch erwähnt werden, dass man das Steuerrad sehr einfach verstellen kann.

Fazit:

Vor allem Familien, denen Autos nicht allzu wichtig sind, ist der Verso-S sehr zu empfehlen.


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