Ski Glosse

Die Blinden und ihre Simultandolmetscher

Stadtleben | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Skifahren ist ein unsichtbarer Sport. Für den Laien ist mit freiem Auge praktisch unmöglich zu erkennen, ob ein Skirennläufer gerade schnell oder nur "optisch schnell“ unterwegs ist. Genau deshalb gibt es Fachkommentatoren, sozusagen die Simultandolmetscher des Skisports: Sie können die Sprache der Körper ("Steht sehr zentral über dem Ski!“), des Schnees ("Da staubt’s zu viel!“) und der Skier ("Schauen immer ins Tal!“) lesen und übersetzen sie ins Deutsche (oder das, was Fachkommentatoren dafür halten). Irritierenderweise liegen aber selbst die Experten manchmal falsch. Mal ist es entscheidend, ganz eng an die Stangen zu fahren, um kurze Wege zu haben; dann wieder kann es durchaus schneller sein, wenn man weiter ausholt und dafür eine bessere Spur hat. Also, was jetzt? Ein echtes No-go aber sind Fachkommentatoren, die erst nach der schlechten Zwischenzeit oberschlau erkennen, dass ihnen ein Läufer heute gar nicht gefällt. So was ist unsportlich, Herr Knauß!


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