Abgekupfert

Stadtleben | Reportage: Maximilian Weber | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Wiener Linien, ÖBB und Schrottplätze: In letzter Zeit häuft sich der Kupferklau - was passiert mit dem Metall?

Zwölf Uhr mittags und keine Zeit für eine Mittagspause. Jetzt muss es schnell gehen, jeder Handgriff sitzt. Eilig arbeiten die Männer auf den Gleisen der U6 hoch überm Donaukanal bei der Spittelau. Der Betrieb darf nicht lange stillstehen. Die Züge müssen bald wieder über die Schienen donnern. Doch im Moment gehört die Trasse dem Bautrupp. Armdicke Kupferkabel, die in der vergangenen Nacht gestohlen wurden, müssen ersetzt werden.

Dass Diebe mitten in Wien Kabel klauen, ist nicht neu; Kupferdiebstahl kommt seit Jahren vor. Der Preis fürs Kilo Kupfer ist jedoch in den letzten zehn Jahren stark gestiegen, das macht das Material begehrt. Kupfervasen von Friedhöfen, Wasserhähne aus Vorgärten, Dachrinnen aus Vorstädten und Kabelrollen von Baustellen - das wertvolle Metall verschwindet vielerorts.

Diebe reißen in Abrisshäusern Leitungen aus den Wänden, besonders dreiste


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