Verstrickt dagegen

Stadtleben | Dokumentation: Birgit Wittstock | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Wer etwas auf sich hält, beteiligt sich: bäckt, sitzt, gärtnert oder strickt - und alles für eine bessere Welt

Vielleicht ist der Caffè latte ein gutes Beispiel. Die heiße Milch mit einem Stamperl Kaffee stand Mitte der 90er-Jahre für das Lebensgefühl des ziellosen Herumhängens. Inzwischen wurde der kaffeegewordene Zeitvertreib durch den To-go-Becher mobilisiert, um überall dabei sein zu können: Ob Occupy-Mitglied oder Urban Guerillero, die gegenwärtigen Revolutionen sind softer als die früherer Generationen oder jene, die in anderen Erdteilen stattfinden. Sie nehmen sich wie harmlose Freizeitbeschäftigungen aus - Milchschaumrevolutionen eben.

"Diese Mikroaufstände passen in jeden Lebensentwurf. Man kann einerseits Teil der Matrix, andererseits dennoch subversiv tätig sein“, sagt Betina Aumair, Mitbegründerin und Obfrau des Vereins Genderraum sowie aktive Stadtbestrickerin. "Es geht nicht mehr darum, die Welt zu verändern. Es geht vielmehr um die eigene Stellung zur Welt.“


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