Prost!  Lexikon der Getränke. Diese Woche: Ginger B.

B-Limo: Warum Ginger Beer in Österreich nicht so heißen darf

Stadtleben | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Hinter vertrackten Produktbezeichnungen lässt sich meist ein Rechtsstreit vermuten: Die deutsche Bierlobby kämpft dafür, dass das beliebte und aus fernen Ländern importierte Ginger Beer (Old Jamaica Ginger Beer) im Fall von Schweppes nicht so genannt werden darf. Nun hat man sich im Hause Krombacher, das die Rechte auf Schweppes in Deutschland und Österreich hält, bei dem neuen Getränk auf den Namen Ginger B. geeinigt. Es sollte so etwas wie ein assoziativer Pfad zur Originalbezeichnung gelegt werden.

Die Gründe für die gerichtliche Untersagung sind folgende: Die Brause wurde nicht nach dem Reinheitsgebot hergestellt. Der Name klingt eigentlich ganz sexy, flaut aber mit den wahren Motiven schlagartig ab. Dem entgegen steht wiederum die Wirkung des Getränks: Die Schärfe dieser B-Limo ist phänomenal. Hier wurde nicht mit Ingwer gespart. Endlich ein autofahrertaugliches Feuerwasser mit prägnantem Geschmack.

Umso unverständlicher ist es, dass man dem taste zusätzlich eine schier unglaubliche Süße verpasst hat. So meint man wohl die Kanten schleifen zu können, absatzmäßig. Aber bei Old Jamaica Ginger Beer verhält es sich ähnlich. Da muss man sich mit Alkohol behelfen und dem Süßen etwas entgegensetzen: Eine Erweiterung mit Wodka zum Beispiel (Moscow Mule) oder Gin (London Buck) kann schließlich tasty und sexy sein. Der süße Teufel in Ginger B. lässt sich auch mit einem Schuss Zitronen- oder Limettensaft verscheuchen. Es ist eine verkehrte Getränkewelt. MS


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