Ins Mark  Der Kommentar zur steirischen Woche

Für transparenteres Design

Steiermark | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Noch bevor an jenem 16. März 2011 die frohe Kunde von der Unesco in Paris die Landeshauptstadt erreichte, hatte das Land Steiermark eine Sonderförderung von 150.000 Euro locker gemacht: Mit diesem Budget sollte den glücklichen Grazern vermittelt werden, was der Ehrentitel "City of Design“ so alles bedeuten könnte. Banner wurden enthüllt, eines sogar ohne Bewilligung auf der Grazer Schloßbergbastion. Und vor dem Rathaus wurde ein Riesenplakat enthüllt: "City of Design heißt, dass Design in der städtischen Agenda ganz oben steht.“ Das Plakat sollte nicht Recht behalten - abseits von politischen Sonntagsreden hielt sich bislang die Sichtbarkeit der Designstadt eher in Grenzen.

Unlängst hat ein Whistleblower der Kleinen Zeitung verraten, dass von den Verantwortlichen offensichtlich bereits einkalkulierte EU-Förderungen im Ausmaß von soliden 2,5 Millionen Euro nicht nach Graz kommen sollen. Die Rede war von einer Evaluierung, einem möglichen Ende des Impulszentrums Beta Lab und von Problemen der Creative Industry Styria (CIS), die aus dem Entfall von EU-Subventionen resultieren sollen. Wie es zu dieser Fehleinschätzung gekommen ist, ist schleierhaft. Auf Anfrage erklärt die landeseigene Steirische Wirtschaftsförderungsgesellschaft (SFG) - sie ist Mehrheitseigentümer von CIS und Beta Lab -, EU-Förderungsrichtlinien würden gewisse Besonderheiten der Kreativwirtschaft nicht berücksichtigen.

Was genau passiert ist und wie es nun auch mit der "City of Design“ weitergeht, scheint unklar. Fest steht, dass im Umfeld von CIS, Beta Lab und SFG große Unsicherheit herrscht. Transparenz tut dringend Not.


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