Sexkolumne. Aufklärung für Zeitgenossen

Frierol

Kolumnen | Heidi List | aus FALTER 06/12 vom 08.02.2012

Herzliche Grüße aus dem schönen Tiroler Land. Bei Temperaturen von bis zu minus 26 Grad, zumindest in der Nacht. Tagsüber heizt es eh ordentlich auf minus 14 Grad auf. Aber das ist gar nicht so schlimm, denn das Ganze hat eine äußerst positive Komponente. Man geht nämlich in die Sauna und beobachtet Wunderbares. Menschen jedes Alters und jeder Nationalität kuscheln sich dort aneinander und sind dankbar, dass sie, sich gegenseitig küssend und turtelnd, nicht auf Krampf in der Gondel sitzen müssen, um sich skifahrmäßig dann einen Eisbären zu laufen.

Auch in den Quartieren geht es jetzt romantisch zu wie nie zuvor. Die Menschen essen früh zu Abend und huschen mit verschmitzten Gesichtern auf ihre Zimmer: Hauptsache warm, bloß nicht hinaus ins Freie, einander endlich einmal nur bekörpern, ohne sonst etwas Freizeitstressiges und Urlaubsausnütziges zu tun zu haben. Also zumindest diejenigen, die nicht mit vier unterbewegten, total überfernsehten, omnipräsenten und deshalb absolut beziehungsfeindlichen Kindern dort festsitzen und die Minuten zählen, bis der Spuk zu Ende ist. Heul.


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