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Falter & Meinung | Klaus Nüchtern | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Sie nehme "jetzt mal eine kleine Auszeit“, ließ Lisa Kiss per Rundmail wissen, um es kurz darauf realphysisch zu bekräftigen. Üblicherweise handelt es sich bei dieser Phrase um eine Litotes, wird also nur von Leuten verwendet, die zumindest ein Jahr lang weg sind. Im Falle von Kiss, die gerade mal sechs Wochen "mal weg“ sein wird, wäre die Formulierung "ich geh jetzt auf Urlaub“ also durchaus ausreichend gewesen, und ich hätte ihr dann auch kaum geraten, die Auszeit zu nutzen, um eventuell Hang zu lernen. Mit einem Hangspieler oder einer Hangspielerin hängt jeder gerne ab, außerdem bieten sich schöne Titel an, sollte man je ein Album einspielen: "Hand Me My Hang, Madame“, "Hang-Music for Hangovers“ oder auch "The Hangman Cometh“.

Kiss fand den Vorschlag generell nicht so gut und meinte nur, das Instrument, das bei diesem brasilianischen Kampftanz gespielt werde, sei wohl noch nerv... "Capoeira“, half der gerade zufällig des Wegs kommende Kralicek wie aus der Pistole geschossen weiter. "Nicht zu verwechseln mit dem brasilianischen Kampfdrink Caipirinha!“ - "Das Instrument, das bei Capoeira gespielt wird …“, versuchte Kiss ihrem Abgang noch ein meinungsstarkes Statement vorauszuschicken. "Ah, Berimbau! Das ist toll!“, ließ sich Ruth Eisenreich vernehmen, die im Windschatten Kraliceks das gemeinsame Zimmer verlassen haben musste und nun anhob, von ihrem Capoeira-Kurs zu erzählen. Und die Kiss war dann mal weg. Ich fühle mich verpflichtet, darauf hinzuweisen, dass Lisa Kiss Berimbau nervig findet.


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