Ein Bub will bleiben


Bericht: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Er wurde in Wien geboren. Er braucht teure Medizin. Warum soll Yahya Essid ausgewiesen werden?

Die 94-jährige Josefine Trafoyer steigt jeden Nachmittag im zweiten Bezirk in die U1 und fährt nach Favoriten, um den Buben zu besuchen, der für sie ihr Enkelkind ist. Die pensionierte Eisenbahnerin ist sehr stolz: Ihr Yahya hat im Amtshaus Favoriten "Servus Wien“ aufgeführt, im Wiener Rathaus für den Bürgermeister "Schneeflöckchen, Weißröckchen“ gesungen, war Lesesieger seiner Volksschule und besucht jetzt die erste Klasse Gymnasium. Er liest am liebsten "Die wilden Orks“ und möchte Arzt werden. "In der Medizin kenne ich mich ein bisschen aus“, sagt er. Schließlich setzt er sich regelmäßig selbst eine Spritze in die Armvene.

Yahya Essid ist elf Jahre alt und leidet unter Hämophilie A, der "Bluter“-Krankheit. Seine Wahloma fürchtet nun, dass der Bub nach Tunesien abgeschoben wird - und dort stirbt oder schwer behindert sein wird.

Im Jahr 2001 kam der Bub in Wien als Sohn

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