Mediaforschung  

Wie viel kostet so ein Klimt bei Ihnen, Herr Zauner?

Nachfragekolumne

Medien | Georg Eckelsberger | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Der erste Klimt für Ihre Sammlung“. Mit diesem Slogan wirbt die Münze Österreich für eine neue Serie von Goldmünzen, die berühmte Gemälde des Malers zeigen. Am dazugehörigen Foto sieht man Klimts "Adele Bloch-Bauer I“ auf eine Münze geprägt - gerahmt wie ein wertvolles Gemälde. Sollen Kunstsammler künftig von unerschwinglichen Gemälden auf leistbare Münzen umsteigen? "Für den Normalsterblichen kann es interessant sein, einen Teil österreichischer Kunstgeschichte als Münze zu haben. Kunstsammler sind nicht die Zielgruppe“, sagt Markus Zauner, Chief Creative Officer der ausführenden Agentur JWT Wien. "Kunstinteressierte Menschen, die eine kleine Erinnerung zu Hause haben wollen“, schon eher.

Bis 2016 wird die Münze Österreich jedes Jahr eine neue Klimt-Münze auf den Markt bringen. Den Abschluss der fünfteiligen Reihe bildet - wie könnte es anders sein - "Der Kuss“. Die erste Münze "Adele Bloch Bauer I“ hat einen Nennwert von 50 Euro und kostet 505 Euro; Sammler- und Goldwert liegen über dem tatsächlichen Kurs als Zahlungsmittel.

Aber mal ganz abgesehen vom Wert, kann Geld überhaupt Kunst sein? "Die Parallele zwischen der Münze und einem Gemälde, die wir in der Kampagne ziehen, muss man natürlich mit einem Augenzwinkern sehen“, sagt Zauner. "Die Münzen sind keine Kunst, aber künstlerisches Handwerk auf hohem Niveau.“ Und die Behauptung, man habe einen echten Klimt zu Hause, sei für Besitzer der goldenen Adele trotzdem wahr. Mit einem Augenzwinkern, natürlich.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige