Das Gegenteil von gut ist gut gelaunt: Die Türen aus Berlin spielen Neo-Diskurspop mit Schmäh

Feuilleton | Musikkritik: Gerhard Stöger | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Dieser Tage vor 20 Jahren ist das erste Blumfeld-Album "Ich-Maschine“ erschienen. Es sollte zu einem Schlüsselwerk des sogenannten Diskurspops werden, einer vor allem in Hamburg gepflegten Spielart aufgekratzter Gitarrenmusik, die politische Haltung (links!) mit einer neuartigen Form deutschsprachiger Poptexte (komplex und kompliziert!) verknüpfte.

Ein allzu langes Leben war der Strömung nicht beschieden, einzig Tocotronic sind über die Jahre spannend geblieben. Unter anderem wohl deshalb, weil sie als eine der ganz wenigen Diskurspopbands stets über einen gewissen Humor verfügten. Ihr Schmäh zeichnet auch die 2002 gegründete Berliner Band Die Türen aus. Ihr viertes Album "ABCDEFGHIJKLMNOPQRSTUVWXYZ“ demonstriert mit erstaunlicher Lässigkeit, wie gut sich das politische Lied und selbstironischer Humor vertragen.

Wo bitte das Protestlied zur Krise sei, wurde im Feuilleton zuletzt gerne gefragt. Es sind meist Vertreter der Generation "Früher war alles besser“, die wortreich


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