Extrem hoch und nicht weit genug weg

Feuilleton | Filmkritik: Michael Pekler | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Stephen Daldry hat Jonathan Safran Foers weltweit erfolgreichen 9/11-Roman "Extremely Loud & Incredibly Close“ verfilmt

Obwohl man nur einen fliegenden Körper sieht, besteht kein Zweifel daran, dass dieser "Falling Man“ Thomas Schell ist. Thomas Schell ist ein New Yorker Juwelier, der eigentlich lieber Wissenschaftler geworden wäre, sich aber der Familie wegen für die Sicherheit entschieden hat.

Am 11. September 2001 hat er eine Besprechung im World Trade Center, und wie man in der Folge zu hören bekommt, ruft er aus dem zusammenstürzenden Gebäude noch mehrmals bei sich zu Hause an, um seinen Sohn zu sprechen. Doch Oskar trödelt auf dem Heimweg, kauft sich noch einen Apfelsaft und nimmt von den vorbeirasenden Feuerwehrautos keine Notiz. Daheim schaltet er den Fernseher ein, sechs Mal hat der Vater angerufen, aber niemand außer Oskar wird seine Stimme noch einmal hören. Denn Oskar tauscht den Apparat aus und versteckt die Erinnerung an den geliebten Vater in seinem Schrank.

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