Ins Mark  

Die Früchte des Zorns

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 07/12 vom 15.02.2012

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter

Für gewöhnlich wird an dieser Stelle auf Ungemach aufmerksam gemacht. Und mitunter wird ja nicht unberechtigt die Frage gestellt: Warum berichten Zeitungen immer nur von den Schattenseiten unseres Daseins? Nun gut, es passiert eben viel Schlechtes auf der Welt. Derzeit aber wird hinter verschlossenen Türen an Plänen geschmiedet, die Gutes verheißen.

Voriges Jahr formierten sich wichtige Spieler der Kunstszene, um ihren Unmut im Manifest "Zur Lage der bildenden Kunst in Graz“ festzuhalten und die Volksvertreter auf kulturpolitische Themen hinzuweisen, die ihrer Ansicht nach einer anderen Behandlung bedürften. Auch wenn Initiativen eines besonders gerne tun, nämlich versanden, so schaut es derzeit ganz danach aus, als würde diese Initiative Früchte tragen.

Von offizieller Seite gab es nicht wenige, die nach der Veröffentlichung des Manifests auf die Unzufriedenen zugingen. Und die fühlen sich zumindest einmal ernst genommen. Und dass Kulturlandesrat Christian Buchmann die Vertreter der Initiative vorige Woche ein zweites Mal empfangen hat, ist für sich genommen schon keine Selbstverständlichkeit. "Das Anliegen eines selbstverwalteten Modells sowohl für ein Atelierhaus als auch für eine freie Akademie begrüße ich“, ließ Landesrat Buchmann den Falter wissen.

Die, die bei den bisherigen Gesprächen dabei waren, erzählen, dass es sich dabei um mehr handeln könnte als bloße Lippenbekenntnisse. Vielleicht gibt es tatsächlich, anders als in John Steinbecks "Früchte des Zorns“, bald etwas zu ernten. Auch wenn neben Atelierhaus und Akademie noch viel Boden beackert und urbar gemacht werden muss.


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige