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Herr Konecny, wurde der rechtsradikale Täter gefasst?

Politik | Interview: Ingrid Brodnig | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Albrecht Konecny, ehemaliger SPÖ-Parlamentarier, wurde am Rande des WKR-Balls brutal zusammengeschlagen. Nach der Demo gegen den Burschenschafter-Ball attackierte ihn ein Rechtsradikaler in der Dorotheergasse. Polizisten sollen tatenlos zugeschaut haben.

Herr Konecny, hat die Polizei den Täter jetzt endlich gefasst?

Nein, es gab zwar einen Verdächtigen, der war es aber nicht. Ich werde diese Woche wieder auf die Polizeistation gehen und mir weitere Bilder von rechten Gewalttätern ansehen.

Sehen Sie noch eine Chance, dass man den Angreifer schnappt?

Bei den Bildern bin ich nicht optimistisch. Schließlich hat die Polizei nicht von jedem Rechtsradikalen ein Foto. Ich hoffe aber, dass die Ermittlungen im Internet fortgesetzt werden.

Warum gerade im Internet?

Auf der rechtsradikalen Webseite thiazi.net fand ein Gespräch zwischen dem User "Prinz Eugen“ und dem User "Eispickel“ statt. Eugen fragte Eispickel, ob er es gewesen sei. Eispickel antwortete: "Nein, diesmal nicht, aber ich weiß, wer es war.“ Ich hoffe, dass man den Täter online findet. Aber das ist nicht mehr als eine Hoffnung.

Sie sagen, Polizisten sahen untätig zu, als Sie verprügelt wurden. Hatte das Konsequenzen für diese Polizisten?

Das Büro für besondere Ermittlungen hat den Fall untersucht und die infrage kommenden Polizisten ermittelt. Jetzt liegt das bei der Staatsanwaltschaft.

Was ist die gerechte Strafe für einen Polizisten, der bei so etwas zuschaut?

Ich bin kein Jurist, ich kenne den Strafrahmen für unterlassene Hilfeleistung nicht. Es geht nicht darum, jetzt die große Keule auszupacken, sondern darum, die Polizei zu sensibilisieren. Auch wenn man den Befehl hat, etwas zu bewachen oder eine Gasse abzusperren, darf man nicht ganz blind sein, was rundherum passiert.


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