"Toleranz ist nicht unsere Stärke“

Politik | Interview: Armin Thurnher Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Der laute Ariel Muzicant trat als Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde zurück. Über Kellernazis, die Gefahr, Jude zu sein, und den schwierigen Begriff Mediengeilheit

Ariel Muzicant zählt zu den 100 reichsten Österreichern; das Telefon bimmelt laufend, irgendwann sagt er: "Nicht mehr verbinden, sonst werden wir hier nie fertig.“ Er trägt keine Krawatte; er mag keine Krawatten. 14 Jahre lang kämpfte der Immobilienmakler für die Rechte der Juden und gegen rechte Recken. Am Dienstag ging die Ära des aufmüpfigen Präsidenten der Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) zu Ende.

Falter: Herr Muzicant, ziehen wir Bilanz Ihrer Ära …

Ariel Muzicant: Die hat früher angefangen, als Sie denken. Meine erste politische Aktion war ein Hungerstreik am 1. September 1970, den ich organisiert habe, um für die Freilassung der sowjetischen Juden einzutreten.

Wie sind Sie 1956 nach Wien gekommen?

Muzicant: Mein Vater stammt aus dem heutigen Moldawien. Meine Großeltern mütterlicherseits kommen


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