Nachgesehen Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Die letzten Erben der stürmischen Opernball-Demonstrationen

Politik | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Blicken wir den Tatsachen ins Auge: Der Opernball ist nicht mehr das, was er einmal war. Es gab eine Zeit, da flogen vor der Staatsoper die Fetzen. Auf der einen Seite Damen in teuren Abendroben und schnöselige Herren in Fräcken auf dem Weg zum Tanzparkett. Auf der anderen Seite brüllende Demonstranten mit Knallkörpern und Megafonen im Kampf gegen das Establishment. In der Mitte eine Menschenmauer aus Polizisten in Kampfmontur.

Heute ist alles anders. Die wütende Masse trifft sich lieber vor der Hofburg und protestiert gegen den Wiener Korporationsball, auf dem sich rechte Burschenschafter im Dreivierteltakt drehen. Der Opernball hat als Feindbild ausgedient; die Erben der Vergangenheit sind selten geworden.

Die Kommunistische Jugend bleibt standhaft. Sechs ihrer Mitglieder spannten ein Banner vor der Oper auf. Es ging ums Sparpaket. Sie bezeichneten ihren Protest als "Aufsehen erregende Aktion“.


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