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Warum schreibt uns Gott einen Liebesbrief, Herr Haselsteiner?

Medien | Benedikt Narodoslawsky | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Nikolaus Haselsteiner redet von Gott und sagt dabei immer "Liebe“. Haselsteiner ist Generalsekretär der Öffentlichkeitsarbeit in der Erzdiözese Wien, aus seinem Mund dringen Sätze wie: "Wenn wir Menschen lieben, ist die Quelle dieser Liebe immer Gott. Und Gott liebt dich.“ Oder: "Der liebe Gott ist sehr erfinderisch, wie er uns seine Liebe mitteilt.“ Haselsteiner hat nun eine groß angelegte Mission am Tag der Liebe mitorganisiert. Titel der Valentinstagsaktion: "Liebesbriefe von Gott“.

Bereits zum siebenten Mal hat die Erzdiözese Bibelzitate zusammengestückelt und daraus eine schlüssige Liebeserklärung an die Menschen gebastelt. Gläubige Boten brachten Briefe in Krankenhäuser und Kindergärten, sie verteilten sie in Altersheimen, Einkaufszentren, auf der Straße. Österreichweit 100.000 Stück. Selbst Kardinal Christoph Schönborn war in der Verteilsarmee; er überreichte am Schwedenplatz Kuverts an Passanten.

Der Brief war gleichzeitig eine Einladung für ein "Rendezvous mit Gott“, denn "Gott liebt dich so sehr, dass er sich freut, wenn du ihn einmal besuchen kommst“, sagt Haselsteiner. Das Innere des Stephansdoms wurde am Valentinstag mit Rosen dekoriert. "Der liebe Gott wartet auf einen in der Kirche und man kann dort Danke für den Liebesbrief sagen.“

Wer das Rendezvous versäumt hat, kann dem Allmächtigen auch anders danken. Die Erzdiözese hat auf ihrer Homepage ein E-Mail-Formular dafür eingerichtet. Der vorgefertigte Betreff lautet: "Antwortschreiben an Gott“.


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