Zeit am Schirm

Medien | Matthias Dusini | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

TV-Kolumne

Es war ein erschütterndes Erlebnis, beim abendlichen Pastakochen einen neuen Mann in der Wohngemeinschaft zu sehen. Jahrelang war Charlie Sheen ein verlässlicher Mitbewohner, ein Sexist alten Schlages, ohne die für die westliche Mittelschicht so typische Tendenz zur korrekt gegenderten Lebensführung. Letzten Samstag hieß "Mein cooler Onkel Charlie“ plötzlich "Two and a Half Men“ (19.20 Uhr, ORF 1). Und statt dem Faulpelz in Bermudas stand plötzlich ein fremder Typ im vertrauten Ambiente, soft und vollbärtig wie ein queerer kanadischer Songwriter.

Der neue Schauspieler Ashton Kutcher ist in dieser Rolle nicht zu beneiden. Sein Auftrag ist ähnlich schwierig, wie Old Shatterhand zu spielen, nachdem Lex Barker gestorben war. Oder Thomas Gottschalk als Moderator von "Wetten, dass ...?“ abzulösen. Unter der Woche gibt es weiterhin die Gelegenheit, mit dem "coolen“ Charly das Museum der Geschlechter zu besuchen.


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