Warten auf die Flöten

Feuilleton | Telefongespräch: Sebastian Fasthuber | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Kurt Wagner und seine Band Lambchop kehren mit neuem Album zurück. Demnächst spielen sie im Konzerthaus

Den wahren Meister kann man unter anderem daran erkennen, wie er auftritt. Das neue Lambchop-Album "Mr. M“ hebt mit Streichinstrumenten an, die sentimentale Stimmung verbreiten.

Man erwartet eine altmodische Ballade, ein Stück im Stil der Zeit, als noch Einträge ins Great American Songbook gemacht wurden. Und so kommt es zunächst auch: Die Band setzt ein, trottet gemütlich los und legt dem Sänger einen samtroten Teppich aus.

Doch statt Tony Bennett hebt der Alternative-Country-Gott Kurt Wagner mit seiner tiefen und doch zarten Erzählstimme an: "Don’t know what the fuck they talk about ...“

Der hübsche Kontrast zwischen den Streichern und dem beiläufig eingestreuten F-Wort lässt einen schmunzeln, und schon hat einen Wagner in der Hand. Die Grundkoordinaten sind damit abgesteckt: Lambchop wildern jetzt auch im Crooner-Revier, aber sie tun das nach ihren eigenen Spielregeln.


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