Ohren auf  Sammelkritik: drei eigensinnige österreichische Weltmusik-Debüts

Donauwellenreiten mit dem Großmütterchen

Gerhard Stöger | Feuilleton | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Ein guter Bandname ist nicht alles. Wer sich Max Müllers Musikgruppe nennt, hat dann aber höchstwahrscheinlich doch weit schlechtere Ausgangsbedingungen als beispielsweise Das Großmütterchen Hatz Salon Orkestar, das nach umtriebigen Konzertaktivitäten kürzlich sein erstes Album "Gallato“ (Eifelbaum) vorgelegt hat. Das Quintett um die junge Akkordeonistin Franziska Hatz stürzt sich mit dem Auftaktsong "Just for Decoration“ ausgelassen in die Russendisko. Was aber glücklicherweise nur eine Facette der Band bleibt: Klezmer hat in den folgenden 14 Stücken - großteils instrumental gehaltene Traditionals aus unterschiedlichen Ecken Europas, dazu eine Handvoll Eigenkompositionen - ebenso Platz wie Balkanfolk. Die Stimmungspalette reicht von himmelhoch jauchzend bis zu ordentlich verkatert, wobei die Partylust tendenziell regiert.

Donauwellenreiter sind mitnichten Surferboys aus Transdanubien. Thomas Castaneda (Klavier, Melodika), Maria Craffonara (Gesang, Violine) und Nikola Zaric

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