Urbanes Betragen

Stadtleben | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Benimmfibel für Großstadtmenschen (53)

Herr S. aus Graz würde gern wissen, ob es "daneben“ ist, wenn er eine Mutter an der Wursttheke darauf hinweist, dass er es für "sehr bedenklich“ hält, wenn sie ihren Nachwuchs im Kinderwagen mit Wurstblättern vollstopft, weil er der Ansicht ist, man solle Kinder nicht zum Fleischkonsum erziehen.

Was, zur Hölle, machen Sie denn an der Wursttheke, Herr S. aus Graz? Grundsätzlich ist es ja schön, dass Sie sich um das Wohl anderer Leute Kinder sorgen. Allerdings ist das bei Ernährungsfragen wirklich nur in Ausnahmefällen angebracht; etwa wenn Alkohol oder Koffein im Spiel sind. Und selbst wenn Sie beobachten, dass eine Mutter ihrem Kleinkind Cola zu trinken gibt, muss man noch nicht gleich das Jugendamt alarmieren. In die Erziehung ihrer Kinder lassen sich Eltern nicht reinreden, schon gar nicht an der Wursttheke. Was machen Sie überhaupt da?

Noch Fragen? stadtleben@falter.at


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