Theater  Kritiken

Kein Platz für Idioten und für Schwule

Lexikon | aus FALTER 08/12 vom 22.02.2012

Der bayerische Dramatiker Martin Sperr (1944-2002) war ein Pionier des kritischen Heimatstücks. In seinem erfolgreichen Erstling "Jagdszenen aus Niederbayern“ (1966) machte er Ausgrenzung und Unmenschlichkeit in der Provinz zum Thema. Der "Dorftrottel“ wird in den Selbstmord getrieben und ein Homosexueller von der bigotten Dorfgemeinschaft dermaßen fertig gemacht, dass er zum Mörder wird. Im Volkstheater wurde das inzwischen selten gespielte "Volksstück“ nun wieder entdeckt. Hugo Gretlers Bühnenbild ist eine Baustelle, was schon einmal sehr stimmig ist: Das selbstgebaute Haus ist immer noch der ganze Stolz des Landbewohners. Regisseurin Schirin Khodadadian und das Ensemble treffen den richtigen Ton: trocken realistisch, in Maßen satirisch stilisiert. Die beste Volkstheater-Inszenierung der Spielzeit. WK

Volkstheater, So 15.00, Di 19.30


Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige