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Klaus Nüchtern
Falter & Meinung | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Die Qualität von Corporate-Identity-Strategen bemisst sich unter anderem daran, ob es diesen gelingt, die Summe individueller Schwächen als kollektive Stärke zu verkaufen. Wir haben das jedenfalls immer wieder versucht. Keine Ahnung, ob es geglückt oder auch nur bemerkt worden ist. Schwäche soll hier freilich im Sinne von "Faible“, also als "Schwäche für …“ verstanden werden, was ja durchaus eine Stärke sein kann. Tex Rubinowitz etwa laboriert seit langem an Songcontestitis, was sich nicht nur auf Seite 55 dieser Ausgabe, sondern auch darin manifestiert, dass das "Phänomen“ Songcontest an anderer Stelle referiert, reflektiert und kommentiert wird. Rubinowitz war selbstverständlich auch dabei, als 1991 gleich drei Falter-Abgesandte zum Interview mit Thomas Forstner kamen, kurz bevor dieser dann beim Songcontest in Rom mit "Venedig im Regen“ Platz 22 von 22 Plätzen belegte.

Womit wir schon bei der auffälligsten und ganz ohne Scham gepflogenen Schwäche wären, der Schwäche für Interviews. Nicht immer ist es möglich, diese Face-to-Face durchzuführen, selbst wenn man sich wirklich für die Musik des Gesprächspartners interessiert. Gerhard Stöger etwa führte ein langes, von Funklöchern perforiertes Interview mit Robert Stadlober, als dieser gerade mit dem Zug von Hamburg nach Berlin fuhr. Und nachdem der Gesprächsstoff auch nach Erreichen der Destination noch nicht erschöpft war, wurde es auch noch am Bahnsteig fortgesetzt. Blöd nur, dass Stadlober ob des interessanten Dialogs ungewollt seine Zeche im Speisewagen geprellt hat.


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