Zu jung, zu schön, zu intelligent

Essay: Thomas Rietzschel | Politik | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Unsere Politiker sitzen in der Falle, die sie sich selbst gestellt haben. Narzisstisch auf den eigenen Auftritt fixiert, haben sie den Boden fundierter Sachkenntnis unter den Füßen verloren

Dass die Dilettanten von dem, was sie tun, meist nichts und in jedem Fall zu wenig verstehen, weiß jeder Dilettant und hält es den anderen gern vor. "Dilettant“, reimte Paul Heyse Ende des 19. Jahrhunderts, "heißt der kuriose Mann. / Der findet sein Vergnügen daran, / Etwas zu machen, was er nicht kann.“

Dass es auch etwas gibt, das die Dilettanten sehr wohl beherrschen, wird leicht übersehen. Dabei ist genau das, die Kunst, sich und der Welt etwas vorzumachen, ihr ureigenes Metier. Erfolgreiche Dilettanten sind Meister der Blendung. In der Politik können sie es weit bringen, was nicht heißen soll, dass jeder Politiker ein gewiefter Dilettant sein muss, beileibe nicht, was aber doch manches erklären kann, so zum Beispiel, weshalb die Bundeskanzlerin Angela Merkel und zwei Drittel der Deutschen

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