Mütter ohne Schutz

Bericht: Benedikt Narodoslawsky | Politik | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Sie werden schwanger und schlittern in die Arbeitslosigkeit. Über die Diskriminierung der freien Dienstnehmerinnen

Laura Weissenbach sagt, sie sei "jemand, der die Klappe aufreißt, wenn’s drauf ankommt“. Einmal wurde sie von einem Räuber überfallen, er drängte sie in einen Hauseingang und setzte ihr die Pistole auf die Brust. Anstatt ihm die Brieftasche zu geben, stellte sie ihn zur Rede. Am Ende entschuldigte sich der Räuber, und sie drückte ihm fünf Euro in die Hand. "Geh ein Bier trinken und beruhig dich“, sagte sie zu ihm.

Doch es gab auch eine Zeit, da machte Laura Weissenbach keinen Mucks. Da saß sie schwanger in einem Architekturbüro, ihren Riesenbauch vor sich, ihre Füße hochgelagert auf einem Sessel, Tränen in den Augen. "Du bist schuld, dass das Projekt jetzt in die roten Zahlen rutscht“, machten ihre Chefs sie nieder. "Sie fragten, wie ich so furchtbar sein kann, vor dem ausgemachten Zeitpunkt in Mutterschutz zu gehen“, erzählt die 34-jährige Architektin.

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