Nachgesehen  

Politik | Matthias Dusini | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Ein Wiener Schauplatz, an dem kleine oder große Politik stattfindet

Aus einem Guss: das Porträt der Exministerin Claudia Bandion-Ortner

Nun hängt auch Claudia Bandion-Ortner in Sitzungssaal 554 des Justizministeriums. In dem schmucklosen Raum des Palais Trautson haben alle ehemaligen Minister und Ministerinnen einen Ehrenplatz, in Form eines gemalten Porträts. Sogar der freiheitliche Minister Michael Krüger bekam eines, obwohl er nicht einmal einen Monat im Amt war. Sein in altmeisterlichem Stil gemaltes Porträt kann eine gewisse Eitelkeit nicht verhehlen, so fett glänzt der Anzug.

Bandion-Ortners Maler geizt dagegen mit Lasur. Seine Sorge galt offensichtlich der Lebensnähe der Darstellung. Eine freundliche Frau Mitte 30 lächelt dem Betrachter entgegen. Schwierige Aufgaben realistischer Malerei wie die Plastizität der Haut blieben unerledigt. Maler und Modell verwendeten für das blonde Haupthaar möglicherweise dieselbe Farbe. Der Künstler ist nämlich der Kriminalbeamte Andreas Bandion, der Gatte der Exministerin. Das Bild kostete rund 3000 Euro.


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