Mediaforschung  

Warum müssen A1-Mitarbeiter vor die Kamera, Herr Kuchar?

Nachfragekolumne

Medien | Georg Eckelsberger | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Gerhard Kuchar ist ein Held. Zumindest im neuen A1-Spot: Mit Eispickel und Helm stapft er wacker durch den Tiefschnee, kämpft sich während eines Schneesturms zum Gipfel eines Berges, um dort das Eis von einem Mobilfunkmasten zu klopfen. "Warum ich Tag für Tag bis an meine Grenzen gehe?“, fragt der kernige Servicetechniker im Off. Seine Antwort: "Weil wir die digitale Zukunft Österreichs gestalten.“

Die neue Werbung stellt die A1-Mitarbeiter in den Mittelpunkt. "Mobilfunk sieht man nicht, man sieht nicht einmal die Kabel. Wir wollen klarmachen, dass hinter all diesen Leistungen Menschen stecken“, sagt Michael Nitsche, Chef der Nitsche Werbeagentur, die die Kampagne entwickelte. In den nächsten Wochen werden noch vier weitere Angestellte in den Spots porträtiert, etwa Kundenbetreuer oder Techniker.

9000 Mitarbeiter hat A1, 60 schickte die Firma zum Casting, die Werber wählten dann fünf Protagonisten aus. "Keine gelackten Darsteller, die man sonst in der Werbung sieht, sondern echte Menschen“ habe man gesucht, sagt Nitsche. "Wir haben einen Haufen toller Menschen gesehen, die wahnsinnig authentisch rüberkommen.“

Das ist der Trick der Werbung: Ein großes Unternehmen zeigt seine Mitarbeiter, um dem Kunden das Gefühl zu geben, er habe es nicht mit einem gesichtslosen Konzern zu tun. Ein paar darstellerische Schwächen der Protagonisten sind dafür sogar hilfreich. Oder wie Nitsche es ausdrückt: "Sie sind alle perfekt, weil sie einfach so sind, wie sie sind.“


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