"Ich habe gedroht, das zu veröffentlichen“

Gespräch: Wolfgang Zwander | Medien | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Wie kann man sich gegen politische Interventionen wehren? Ex-ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender erzählt

Nikolaus Brender gilt als einer der besten Fernsehjournalisten Europas, sein Vertrag als ZDF-Chefredakteur wurde nicht verlängert, weil er der Politik als zu unabhängig galt. Neulich war Brender zu Gast in Wien, er diskutierte in der Okto-Sendung "Medienquartett“ und sprach mit dem Falter über seriösen Fernsehjournalismus.

Falter: Herr Brender, Ihr Vertrag als ZDF-Chefredakteur wurde 2009 nicht verlängert. Wie kritisch darf man sein im Öffentlich-Rechtlichen?

Nikolaus Brender: Seitens der Politik gibt es immer den Versuch, Druck zu machen und Einfluss auszuüben. Parteigeneralsekretäre haben mich angerufen und kaltschnäuzige Forderungen gestellt. Im Gegenzug habe ich gedroht, die Interventionsversuche zu veröffentlichen. Danach hatte ich sehr schnell meine Ruhe. Hinter diesem Verhalten der Politik steckt die Vorstellung, der öffentlich-rechtliche Rundfunk müsste die parlamentarischen

Abo hier bestellen Abo hier bestellen
Bestellen Sie hier ein FALTER-Abo Ihrer Wahl und erhalten Sie sofort einen Digitalzugang, um Artikel kostenfrei zu lesen.
Wenn Sie kein FALTER-Abo haben, können Sie diesen Artikel hier einzeln kaufen, als neuer Nutzer kostenfrei mit Startguthaben.

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:


Anzeige

Anzeige