Im Zweifel des Schattens


Reportage: Klaus Nüchtern
Feuilleton | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Für seinen ersten Spielfilm "Visions of Reality“ dreht Gustav Deutsch in einem Penzinger Turnsaal Szenen, die in Gemälden spielen

Ja, er habe frischgewaschene Socken an, beteuert der Beleuchter, um dann aber doch auch noch Kreißsaalschuhschoner überzustreifen, bevor er sich aufs Set begibt, dessen monochromer Boden an diesem Tag wegen geringfügiger Verschmutzungen schon zweimal nachgemalt werden musste. Ölgemälde sind eben heikel, und Ölgemälde sind die ungewöhnlichen Schauplätze von Gustav Deutschs Spielfilmdebüt "Visions of Reality“, der im Turnsaal einer Privatschule in Wien-Penzing gerade gedreht wird.

Insgesamt 13 Gemälde des amerikanischen Malers Edward Hopper (1882-1967) sind es, die Deutsch als dreidimensionale Sets hat nachbauen lassen und in denen die Lebensstationen der Schauspielern Shirley in je rund sechsminütigen Sequenzen über die Leinwand gehen werden. Dargestellt wird Shirley von der in Wien lebenden kanadischen Tänzerin Stephanie Cumming, und die muss

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