Die Liebe wird gewesen sein

Buchkritik: Sigrid Löffler | Feuilleton | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Auf den vergleichsweise überschaubaren 430 Seiten von "Die sterblich Verliebten“ hat Javier Marías zum Eheroman zurückgefunden

Der Spanier Javier Marías schreibt weltläufige Metropolengeschichten von heute, in denen er gelassen mäandernd die Herrschaft des Zufalls in der Welt vorführt und das Chaos dann mit Nonchalance in eine komplexe Ordnung bringt. Seine Romane sind elegante Erzählungen aus dem gebildeten, gutsituierten, lebens- und redegewandten europäischen Bürgertum, vorzugsweise dem spanischen. Er beschreibt dessen Mentalitäten, Lebens- und Denkweisen - und rüttelt seine wohlerzogenen Figuren gleich eingangs gründlich durch, indem er sie sofort und völlig unerwartet mit dem Tod konfrontiert, oft mit einem gewaltsamen Tod in der Familie, denn dieser sorgt für die tiefsten Erschütterungen.

Solcherart kann Marías seine charakteristischen Themen und Motive durchspielen: die endlosen Missverständnisse zwischen Mann und Frau; die Fragwürdigkeiten, Täuschungen und Selbsttäuschungen

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