Halle des Ruhmes

Feuilleton | Totalanalyse: Matthias Dusini | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Megaskulpturen und XXL-Gemälde: Die Künstler holen die Monumentalität aus dem Giftschrank der Historie

Die Aura des Todes umgibt das Haupt des Mannes, das auf einen weißen Polster gebettet ist. Der Betrachter nähert sich dem riesigen, fotorealistisch gemalten Schwarzweißgemälde durch einen leeren Saal. Bedeutungsvoll hallen die Schritte wider.

Das weiße Licht und die Achsensymmetrie des Raumes verstärken den sakralen Eindruck. Ein kalter Schauer befällt den Betrachter, denn die Szene wirkt, als würde hier von einem aufgebahrten Diktator Abschied genommen.

Urheber der pathetischen Inszenierung in der Wiener Secession ist der Südtiroler Künstler Rudolf Stingel, der mit seiner Tendenz zu Pomp und Bombast nicht alleine dasteht. Der Schweizer Urs Fischer, derzeit in der Kunsthalle Wien mit einer Retrospektive zu Gast, platzierte letztes Jahr auf der New Yorker Park Avenue eine riesige Tischlampe, die mit dem Körper eines Teddybären verschmolz. Auf der letzten Venedig-Biennale baute


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