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Kurz besprochen: Durchschnittsmenschen und andere Außenseiter

Feuilleton | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Die Vergessenen

Michail Oscharow: Der große Argisch. Dt. v. Erich Liaunigg. Edition Liaunigg, 130 S., € 16,90

Rund eine Viertelmillion Indigene leben in Nordrussland. Ihr Lebensumfeld ist oft von Energiekonzernen bedroht. Zur Sowjetzeit haben Gleichschaltung und Industrialisierung sie entwurzelt und in ein marginalisiertes Unterschichtdasein getrieben. Nicht einmal Russen im Norden des Landes wissen viel über ihre Nachbarn in der Taiga. Umso erstaunlicher ist ein Buch, das der Wiener Erich Liaunigg in Russland aufgestöbert hat. Es handelt sich um einen Roman von Michail Oscharow, der 1895 nahe der sibirischen Stadt Krassnojarsk geboren wurde.

"Der große Argisch“ stammt aus der Sphäre der Ewenken, die bis heute in den Wäldern südlich der arktischen Nickel-Stadt Norilsk leben - auf einem Gebiet größer als ganz Europa. In klarer, schöner Sprache erzählt das Buch von Liebe und Auflehnung. Zahlreiche Ausdrücke, die heute nur noch hochspezialisierte Ethnologen kennen, zeugen von

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