Ins Mark  

Bitte nix dreinreden!

Der Kommentar zur steirischen Woche

Steiermark | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Der Landeskulturbeirat versteht sich als ein beratendes Gremium für die Landesregierung und als Mediator für die Kunst- und Kulturszene.“ Das hört sich ja nicht schlecht an. Nur dass der Landeskulturbeirat jetzt abgeschafft wird. Das hat unlängst ein Unterausschuss des Landtags beschlossen. Mit den Stimmen der ÖVP, SPÖ und FPÖ. Die Grünen waren dagegen.

In Unternehmen ist es üblich, viel Geld dafür hinzulegen, dass Externe einem etwas zuflüstern. Trotzdem wird der im Gesetz verankerte Landeskulturbeirat nun versenkt. Manche attestieren ihm mangelnde Durchschlagskraft. Auch Leute, die schon länger im Beirat tätig sind, würden sich wünschen, dass er ein wenig mehr zu melden hätte. Aber muss man ihn deshalb gleich abschaffen?

Der Landeskulturbeirat ist übrigens nicht der Einzige, der über die Klinge springen muss. 39 Beratungsgremien des Landes wurden in diesem Unterausschuss diskutiert, rund einem Drittel davon steht das Ende bevor. Kulturlandesrat Christian Buchmann (ÖVP) bereitet derzeit eine Novelle des Kunst- und Kulturförderungsgesetzes vor, die auch eine Neuordnung der Beiratsstruktur beinhalten wird.

Der Landeskulturbeirat entwickelt Ideen und Visionen. Wie effizient der Landeskulturbeirat auch sein mag - ist die steirische Kulturpolitik stark genug, um auf Ratschläge zu verzichten? Es wäre ein Argument, wenn der Beirat Unsummen verschlingen würde, doch er kostet kaum was. Man könnte sagen: Hilft’s nix, schadt’s nix! Selbst wenn er nichts bringen würde, warum gleich abdrehen und nicht neu konstituieren? Die "Reformpartner“ haben es halt scheinbar nicht so gern, wenn man ihnen dreinredet.

Tiz Schaffer ist Redakteur im Steiermark-Falter


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