Phettbergs Predigtdienst

All-immer gelähmt und trotzdem leben wollend

Kolumnen | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Hermes Phettberg führt seit 1991 durch das Kirchenjahr

Ich habe mir vegetarisches Essen bestellt und damit eine Unmenge Kalorien. Trotzdem schreit mein Körper nun nach Wurstbroten vom Billa. Heute war Frau Göbel darum beim Billa und gestern hat NAC-HI mir eine Riesenportion Blattspinat gekocht! Wie ein Baby will ich heute das und morgen das.

Gestern kam die Regisseurin der "Transkatholischen Vögel“, Gini Müller, und half mir den Film "Pinocchio“ von Michael Brent Adam zu empfangen. Wenn im Spittelbergkino mein Sein gezeigt werden wird und meine Augenschmäuse, dann ... Augenschmaus-Gieral, ich!

Im Traum protzte ich, dass ich Vertreter der Katholischen Jugend Meidlings sei, nach meinem anschließenden Lulu musst ich mit meinen Händen nachzählen, dass ich heuer 60 werde! Auf jeden Fall kann ich mit den Cipralex 10mg immer schlafen und träumen. "Wir“ sind Schaum, wahrlich, wahrlich! Meine Wohnung ist unerträglich stinkig im Moment, und ich wage nimmer, das Fenster aufzumachen, weil ich sie nachher vielleicht nimmer zubekomme.

Eine Frau rief mich an und wird mir einen Rollator schenken. Jetzt hab ich einen für die Gasse und einen für die Wohnung. NAC-HI rief mich an und wir gehen gemeinsam zu Lukas Resetarits in den Stadtsaal. Ali war ebenfalls soeben bei mir und allein Alis Sein telepathiert mir so innige Ruhe ein.

Gestern war eine wunderbare Künstlin bei mir: Carmen-Maria Auer, die alleredelst mit dem zweiten Rollator kam. Carmen beschäftigt die exakten DETAILS der menschlichen Ritzen: Statt der Hirnfalten benützt sie Schwänze und Fotzen im Detail und wie parallel wir Männlein und Weiblein sind. Carmen-Maria hat mir zwei ihrer Kunstwerke geschenkt und in meine Wohnungscollage montiert. Bildhübsche Fotos: DANKE, liebe Carmen. Pfau, in meiner Wohnung muffelt es im Moment arg, ich fürchte, ich muss ein Fenster wagen!

Au weh, ich bin Vergangenheit. David Schalko sprach soeben mit Oliver Baier, da komm ich nie mehr hinein, in diese Rundfunkgesellschaft, ich bin vergangen. De facto war ich es nie, war schon all-immer gelähmt und trotzdem leben wollend, voll Lebensgier, die ich nie, all-immer, "mir“ zu verwirklichen vermochte.

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