Gleichgewicht der Unvernunft

Special | Interview: Uschi Sorz | aus FALTER 09/12 vom 29.02.2012

Zielführende Maßnahmen für Uni und FH könne es erst geben, wenn das Verhältnis zwischen Ausbildungs- und Wissenschaftsbetrieb klar definiert sei, sagt der Bildungsforscher Stefan Hopmann von der Universität Wien

Herr Hopmann, was lässt sich zwölf Jahre nach Beginn des Bologna-Prozesses über den Status quo der Hochschulen in Österreich sagen?

Stefan Hopmann: Formal ist Bologna weitestgehend umgesetzt. Die Erwartungen waren sicher überzogen, etwa hinsichtlich Mobilität oder erhöhter Berufsfähigkeit. Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass eine Veränderung von oberflächlichen Strukturen grundsätzlich Bildungslaufbahnen oder Lebenskarrieren beeinflusst. Das Hauptziel war aber ohnehin ein anderes. Man wollte einen einheitlichen Hochschulraum schaffen, um überhaupt Wettbewerbsbedingungen zu haben. Die Schwierigkeit für Österreich ist, ein vernünftiges Gleichgewicht zwischen Ausbildungs- und Wissenschaftsanspruch herzustellen.

Ist das nicht generell ein Problem?

Hopmann: Schon


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