Vor 20 Jahren im Falter  

Wie wir wurden, was wir waren

Falter & Meinung | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Keiner merkt’s

Das werde ich mir merken! Keinem Einzigen aus der sonst so alerten Falter-Leserschaft, der keine falsche Jahreszahl entgeht und die es sich angelegen sein lässt, mich darauf aufmerksam zu machen, dass die Adelstitel in Österreich abgeschafft sind oder dass nicht Katzen, sondern nur Füchse schnüren, keinem dieser Aufmerksamen ist aufgefallen, dass diese Rubrik vergangene Woche eine falsche Ziffer trug. Oder sie haben es mir nicht gesagt.

Die Ausgabe der Rubrik "Vor 20 Jahren“ soll nämlich immer mit der aktuellen Ausgabe übereinstimmen, diesmal müsste es die Nummer zehn sein, letztes Mal hätte es Nummer neun sein sollen. War es aber nicht, was mich zur Wiederholung des Fehlers nötigt, um ihn nicht systematisch zu machen.

Dabei verdient gerade Ausgabe 9/1992 unser Interesse. Schon wegen eines Artikels, der in der Folge noch einigen Kummer machte und zu einer Verurteilung des Blattes führte. Es ging um die Umtriebe des Jörg Schimanek im Milieu rechtsextremer Kameraden; Schimanek war der Sohn eines bekannten ORF-Journalisten, der später als FPÖ-Mandatar hervortrat. Von dieser Sache mehr, wenn die medienrechtlichen Konsequenzen bemerkbar werden.

Und sonst? Die Wiener SPÖ nominierte Andrea Kuntzl als Integrationsbeauftragte, und als solche freute sie sich im Falter auf die ersten schwarzen Polizisten. Die Vorfreude hat, trotz Einzelfällen im Innendienst, ziemlich lange gewährt - nämlich bis heute.

Andreas P. Pittler zog eine Bilanz der kurzen Ära des ÖVP-Kurzzeitobmanns Wolfgang Petrik, der nicht einmal mehr in seinen Job als Stadtschulrat zurückkehren konnte - der Arbeitsplatz war bereits vergeben.

Wendelin Schmidt-Dengler, der große Germanist, eröffnete den Kulturteil mit einem Essay zu Karl Mays 150. Geburtstag. "Leb wohl, Scharlih!“, rief er ihm mit den unsterblichen Worten Winnetous nach, und bedauerlicherweise mussten auch wir Schmidt-Dengler vor vier Jahren Ähnliches nachrufen. Es kommt immer was nach, aber nicht immer Besseres. AT


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