Am Apparat  

Warum begeistern Sie sich für Putin, Herr Petzner?

Telefonkolumne

Politik | Anruf: Wolfgang Zwander | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Kurz nachdem der Sieg von Wladimir Putin bei den russischen Präsidentenwahlen festgestanden war, stellten sich BZÖ und FPÖ mit Gratulationen ein. BZÖ-Politiker Stefan Petzner formulierte seine Kreml-Glückwünsche gar auf Russisch.

Herr Petzner, warum begeistern Sie sich für Wladimir Putin?

Bei meiner Unterstützung für ihn geht es nicht um Sympathie. Die EU ist auf ein stabiles Russland als Partner angewiesen, und der Garant für Stabilität heißt Putin.

Es gibt die Anschuldigung, dass seine Bewegung die Wahlen fälschen ließ?

Ich teile diesen Vorwurf im Großen und Ganzen nicht. Das ist westliche Propaganda, die ein starkes Russland verhindern will. Putin hätte Wahlfälschungen gar nicht notwendig, weil die große Mehrheit der Russen hinter ihm steht. Reden Sie doch mal mit den Menschen dort! Ich habe das getan.

Hält das BZÖ Kontakt zu Putin oder den ihm nahestehenden Parteien?

Nein, wir habe keine direkten Kontakte zur Putin-Bewegung. Darum geht es auch nicht, es geht um Russland.

Imponiert Ihnen der autoritäre Stil des frischgewählten Präsidenten?

Ich sehe keinen Putin, der autoritär wäre, er ist einfach ein starker Präsident. Den Mittelstand, der heute gegen Putin demonstriert, würde es ohne Putin gar nicht geben. Boris Jelzin hat ein kaputtes Land hinterlassen und Putin hat es neu aufgebaut. Während Europa der Bankenkrisenkollaps droht, steht Russland heute relativ stabil da.

Warum halten in Österreich vor allem die rechten Parteien zum Neozaren?

Weil zumindest ich nicht den Fehler mache zu glauben, man könne Russland eins zu eins mit dem westlichen System vergleichen. Wir müssen die Welt ohne diese arrogante Westdenke betrachten. Warum sollen wir anderen unser Verständnis von Politik aufzwingen? Das funktioniert nicht.


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