Eine "Man’s World“, die vielleicht bald von gestern ist


Rezension: Nina Horaczek
Politik | aus FALTER 10/12 vom 07.03.2012

Das "Ende der Krawattenpflicht“ zeigt auf, wie Frauen in der Politik ihren Platz erobern können

Würden alle Frauen in Österreich an einem einzigen Tag, zum Beispiel am 8. März, dem Weltfrauentag, streiken, würde sich ganz oben wenig tun. Zwar könnten Schulen, Kindergärten, Altenheime, Krankenhäuser, Supermärkte gar nicht erst aufsperren, in der Politik hingegen würde sich so ein Streik kaum stärker auswirken als eine durchschnittliche Grippewelle. In der Bundesregierung wäre ein kleines Loch auszumachen, im Wiener Rathaus würde dem Bürgermeister der Vize fehlen, aber in den Ebenen darunter gäbe es business as usual.

Und das, obwohl in Österreich mehr Frauen als Männer leben. 4.301.308 Österreicherinnen zu 4.086.434 Österreichern war der Stand im Jahr 2010, sagt die Statistik Austria. Warum regieren dann trotzdem die Männer? Wieso beträgt der Frauenanteil im Parlament fast 100 Jahre nach Erkämpfung des Frauenwahlrechts nur 27,32 Prozent? Warum kommen hierzulande auf

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